Sachverhalt:
Laut Stadtratsbeschluss vom 18.03.2026 hat sich die Stadt Langenzenn als Kooperationspartner eines freien Trägers für den Standort des Familienstützpunktes im Landkreis Fürth beworben.
Im Interessensbekundungsverfahren sollten unter anderem konzeptionelle Überlegungen zur Ausgestaltung des Familienstützpunktes, zur sozialräumlichen Einbindung und Erreichbarkeit, zur Nutzung bestehender Ressourcen sowie zu Fragen der Qualitätssicherung und Finanzierung dargestellt werden. Die Bewerbung wurde fristgerecht eingereicht. Ein weiterer Termin am 07.05.2026 zu einem Fachgespräch im Kreisjugendamt wurde ebenfalls wahrgenommen. Insgesamt gab es sieben Bewerbungen. Folgende Träger bzw. Institutionen haben eine Bewerbung eingereicht:
• Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Fürth e.V.
• Internationaler Bund (IB) Freier Träger der Jugend- Sozial- und Bildungsarbeit e.V.
• Familienzentrum Zirndorf e.V.
• Mobile Dienste Wohnheime Frühlingstraße
• Gemeinde Seukendorf
• Stadt Langenzenn
• Arche gGmbH
Eine weitere Bewerbung des Kinderschutzbundes Nürnberg e.V. ging einen Tag nach Ablauf der Bewerbungsfrist ein und wurde nicht mit in das Auswahlverfahren aufgenommen.
Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Fürth hat in seiner Sitzung am 09.07.2026 beschlossen, die die Trägerschaft des Familienstützpunktes im Landkreis Fürth dem Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Fürth e.V. zu übertragen.
Aus der Presseinformation zur 1. Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 9.7.2026 ist zu entnehmen:
…
4 Kooperation mit der Stadt
Langenzenn
Aus Sicht der Verwaltung des
Landkreises Fürth erscheint die Einbindung der Stadt Langenzenn fachlich
sinnvoll und sozialräumlich bedeutsam. Langenzenn stellt insbesondere für den
nördlichen Landkreis einen wichtigen Sozialraum dar und kann einen relevanten
Beitrag zur wohnortnahmen Erreichbarkeit familienbildender
Unterstützungsangebote leisten. Vor dem Hintergrund bislang unterschiedlich
verteilter Angebotsstrukturen im Landkreis wird die Einbindung des Standorts
zugleich als Möglichkeit bewertet, Versorgungslücken im nördlichen Landkreis
gezielt entgegenzuwirken und Familien niedrigschwellige Zugänge zu Beratung und
Unterstützung zu eröffnen.
Im Rahmen des Fachgesprächs
wurde deutlich, dass seitens der Stadt Langenzenn ein hohes Maß an kommunalem
Engagement sowie eine ausdrückliche Bereitschaft zur Kooperation besteht.
Positiv hervorzuheben sind insbesondere die zugesicherte Bereitstellung
geeigneter Räumlichkeiten im zentral gelegenen Bürgerhaus sowie die
Bereitschaft zur aktiven Begleitung des Aufbaus durch die Fachkraft für Soziale
Angelegenheiten der Stadt. Hierzu zählen insbesondere Unterstützungsleistungen
bei der lokalen Netzwerkerschließung, der Anbindung an kommunale Strukturen,
der Kontaktvermittlung zu Kindertageseinrichtungen, Schulen, Vereinen und
weiteren relevanten Akteuren sowie die Unterstützung bei einer sozialräumlichen
Verortung der zukünftigen Fachkraft vor Ort.
Die vorgesehenen Räumlichkeiten
wurde im Fachgespräch als grundsätzlich geeignet beschrieben und ermöglichen
sowohl niedrigschwellige Beratungskontakte als auch Gruppenangebote und
Veranstaltungen. Positiv bewertet wurde zudem die zentrale Lage sowie die
grundsätzliche Möglichkeit, Angebote auch außerhalb regulärer Verwaltungszeiten
umzusetzen. Gleichzeitig wurde reflektiert, dass ein im Rathausumfeld
angesiedelter Standort besondere Anforderungen an dir Bekanntmachung und
Vertrauensbildung mit Familien stellt und daher eine aktive aufsuchende
Netzwerkarbeit insbesondere in der Anfangsphase von besonderer Bedeutung ist.
In der fachlichen Gesamtabwägung wird die Kooperation mit
der Stadt Langenzenn ausdrücklich als wertvolle Ressource bewertet.
Insbesondere die kommunale Offenheit, vorhandene infrastrukturelle
Unterstützung sowie die Bereitschaft zur aktiven Netzwerkbegleitung werden als
tragfähige Grundlage eingeschätzt, um perspektivisch eine stärkere
sozialräumliche Präsenz auch im nördlichen Landkreis zu ermöglichen.
Beschlussvorschlag:
Der Jugendhilfeausschuss
beschließt, die Trägerschaft des Familienstützpunktes im Landkreis Fürth dem
Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Fürth e.V. zu übertragen. Die
Verwaltung des Kreisjugendamtes wird beauftragt, die erforderlichen
vertraglichen Vereinbarungen abzuschließen sowie die notwendigen Haushaltsmittel
einzuplanen.
Der Hauptstandort des
Familienstützpunktes wird am Sozial- und Familienzentrum Stein eingerichtet.
Die Verwaltung wird beauftragt, in Abstimmung/ gemeinsam mit dem Träger
sozialräumliche Kooperationsstandorte sowie dezentrale Angebotsformate,
insbesondere unter Einbeziehung der Stadt Langenzenn, zu entwickeln.
Die Verwaltung berichtet dem Jugendhilfeausschuss vor
Ablauf von zwei Jahren über die Umsetzung und Evaluation des
Familienstützpunktes.
…
Für ein gemeinsames Austauschtreffen im Oktober 2026 mit dem neuen Träger des Familienstützpunktes und der Eltern- und Familienbildungskoordinatorin des Kreisjugendamtes des Landkreises Fürth werden derzeit Ideen, Wünsche und Bedarfe gesammelt.
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss nimmt
Kenntnis.
